Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wurde zum 1. Januar 2025 grundlegend überarbeitet und als BEG 3.0 neu aufgelegt. Mit einem Fördervolumen von jährlich 18 Milliarden Euro ist sie das zentrale Instrument zur Förderung der energetischen Gebäudesanierung in Deutschland.
Die wichtigsten Neuerungen im Überblick
Die BEG 3.0 setzt verstärkt auf ganzheitliche Ansätze und belohnt besonders ambitionierte Sanierungen. Im Vergleich zum Vorgängerprogramm wurden folgende wesentliche Änderungen vorgenommen:
Neue Fördersystematik
- Basisförderung: Weiterhin 30% für die Umstellung auf klimafreundliche Heiztechnologien
- Effizienzbonus: Neu eingeführter Bonus von 15% bei gleichzeitiger Verbesserung der Gebäudehülle um mindestens zwei Energieeffizienzklassen
- Quartierslösungen: Erhöhte Förderung von bis zu 40% für gemeinschaftliche Wärmeversorgungslösungen mehrerer Gebäude
- Serielle Sanierung: Neue Förderkomponente mit bis zu 50% für standardisierte Komplettsanierungen nach dem Energiesprong-Prinzip
- Einkommensabhängiger Bonus: Weiterhin 30% für Haushalte mit niedrigem Einkommen (jetzt bis 45.000 € zu versteuerndes Haushaltseinkommen)
Die maximale Fördersumme wurde auf bis zu 40.000 Euro pro Wohneinheit angehoben (vorher 30.000 Euro). Bei Mehrfamilienhäusern mit mehr als sechs Wohneinheiten gilt eine Deckelung von 180.000 Euro pro Gebäude.
Fokus auf serielle Sanierung
Eine der bedeutendsten Neuerungen ist die starke Förderung serieller Sanierungskonzepte. Beim Energiesprong-Prinzip werden vorgefertigte Fassaden- und Dachelemente mit integrierten Lüftungs- und Energiekomponenten verwendet, um Gebäude schnell und effizient zu sanieren.
Vorteile serieller Sanierung
- Kurze Bauzeit (oft nur 1-2 Wochen)
- Hohe Qualitätsstandards durch Vorfertigung
- Minimale Belastung für Bewohner
- Garantierte Energieeinsparung
- Wirtschaftlichkeit durch Skaleneffekte
Fördervoraussetzungen
- Mindestens KfW-Effizienzhaus 55-Standard
- Vorfertigung wesentlicher Komponenten
- Einsatz erneuerbarer Energien
- Digitales Energiemonitoring
- Mindestens 5 identische Gebäude im Quartier
Quartierslösungen besonders attraktiv
Die BEG 3.0 setzt verstärkt auf gemeinschaftliche Lösungen im Quartier. Wenn sich mehrere Gebäudeeigentümer zusammenschließen und gemeinsame Energiekonzepte umsetzen, werden zusätzliche Boni gewährt.
Geförderte Quartiersmaßnahmen
Wärmeversorgung
- Gemeinsame Wärmepumpenanlagen
- Quartiers-Wärmenetze
- Gemeinsame Solarthermie
- Blockheizkraftwerke
Stromversorgung
- Gemeinschaftliche PV-Anlagen
- Quartiersspeicher
- Energiemanagement-Systeme
- Mieterstrom-Modelle
Vereinfachtes Antragsverfahren
Das Antragsverfahren wurde deutlich vereinfacht. Für Einzelmaßnahmen bis 30.000 Euro kann nun ein Schnellantrag gestellt werden, der innerhalb von 10 Werktagen beschieden wird. Zudem wurde ein digitaler Förderassistent eingeführt, der Antragsteller durch den Prozess führt.
So beantragen Sie die Förderung
- Schritt 1: Energieberatung
Lassen Sie sich von einem zugelassenen Energieberater beraten. Die Kosten hierfür werden zu 80% gefördert.
- Schritt 2: Sanierungsfahrplan erstellen
Ihr Energieberater erstellt einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) für Ihr Gebäude.
- Schritt 3: Förderantrag stellen
Stellen Sie vor Beginn der Maßnahmen einen Förderantrag bei der KfW oder dem BAFA (je nach Maßnahme).
- Schritt 4: Umsetzung der Maßnahmen
Nach Erhalt der Förderzusage können Sie mit der Umsetzung beginnen.
- Schritt 5: Verwendungsnachweis
Nach Abschluss der Maßnahmen reichen Sie einen Verwendungsnachweis ein.
Unser Fazit zur BEG 3.0
Die BEG 3.0 bietet deutlich attraktivere Förderbedingungen als ihre Vorgänger, insbesondere für ambitionierte Gesamtkonzepte. Der Fokus auf Quartierslösungen und serielle Sanierungen ist ein wichtiger Schritt, um die Sanierungsrate in Deutschland zu erhöhen und die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen.
Besonders hervorzuheben ist die Kombination verschiedener Förderkomponenten, die in der Summe zu sehr hohen Förderquoten führen kann. Für Eigentümer lohnt es sich daher, über Einzelmaßnahmen hinauszudenken und ganzheitliche Konzepte zu entwickeln.
Unsere Empfehlung
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